WS 2 Ulrich Tiber Egle

Neurobiologisch fundierte Psychotherapie traumatisierter Schmerzpatienten*
Univ.-Prof. Dr. med. habil. Ulrich T. Egle, Freiburg
Die verbreiteten psychotherapeutischen Behandlungskonzepte bei chronischen Schmerzzu-ständen stammen aus den Anfängen der kognitiven Wende in der Verhaltenstherapie, diffe-renzieren nicht nach Schmerzverursachung und weisen in methodisch aufwändigen Me-taanalysen Effektstärken von 0,1-0,2 auf. Anknüpfend an K. Grawe („Neuropsychotherapie“) wird ein neurobiologisch fundiertes psycho-somatisches Therapiekonzept für stress- und psychotraumatisch induzierte Schmerzzustände („Stressinduzierte Hyperalgesie“) vorge-stellt.
Im Mittelpunkt des Seminars steht die diagnostische Abgrenzung von anders determinierten Schmerzstörungen anhand genetisch-epigenetischer Vorbelastungen sowie frühkindlichen traumatischen und/oder emotional deprivierenden Erfahrungen, die sich in Störungen des Erlebens von Emotionen, in dysfunktionalem Interaktions- und Beziehungsverhalten sowie stressverstärkend wirksamen Vermeidungsschemata und maladaptiven Konfliktbewälti-gungsstrategien manifestieren. Eine neurobiologisch fundierte psycho-somatische Therapie setzt bei den gestörten mental-emotionalen Funktionen sowie der gestörten Affekt-Körper-Interaktion an. Anhand von zehn Therapieschritten wird dargestellt, wie bei dieser Patienten-gruppe anhaltende Schmerzfreiheit erreicht werden kann (Video-Kasuistik).
Literatur:
Roth G, Egle UT (2016) Neurobiologie von Schmerz und Stress. Ärztl Psychother 11: 120-129. Egle UT, Klinger D (2016) Grundprinzipien der Behandlung stressbedingter Schmerzsyndrome. Ärztl Psychother 11: 155-161.
Max. 40 Teilnehmer_innen

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Donnerstag
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Neurobiologisch fundierte Psychotherapie traumatisierter Schmerzpatienten

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