Programm 2019 – Änderungen vorbehalten

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Programm 2019

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Donnerstag 14 Mrz 2019

13:30 - 17:00 Preconference-Workshops

STAIR: Ein Therapieprogramm zur Behandlung komplexer Traumafolgen

Ingo Schäfer, Janine BorowskiSH 0.101

Personen, die in ihrer Kindheit sexuellen Missbrauch oder Misshandlung erlebt haben, leiden oft nicht nur unter Symptomen der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), sondern auch unter weiteren Beeinträchtigungen, etwa einer eingeschränkten Affektregulation, Schwierigkeiten in interpersonellen Beziehungen und einem negativen Selbstbild. Obwohl gerade diese zusätzlichen Symptombereiche, die inzwischen als typische Beschwerden im Rahmen einer „Komplexen PTBS“ interpretiert werden, maßgeblich zu den Alltagseinschränkungen Betroffener beitragen, werden sie in den existierenden Ansätzen zur Behandlung der PTBS nur selten systematisch berücksichtigt. Bei „STAIR/Narrative Therapie“ handelt es sich um einen solchen Behandlungsansatz, der zusätzlich zur Reduktion der PTBS-Symptomatik eine flexible Behandlung von Defiziten der Emotionsregulation und der interpersonellen Kompetenzen bei traumatisierten Personen erlaubt. Das Therapieprogramm stützt sich auf die langjährige klinische Erfahrung und verschiedene Forschungsarbeiten der Autorinnen (Cloitre et al. 2013) und integriert in einem phasenorientierten Vorgehen wirksame Interventionen zur Behandlung komplexer Traumafolgestörungen. Im Workshop wird eine Einführung in das Therapieprogramm gegeben, auf den individualisierten Einsatz von STAIR/NT sowie auf seinen Einsatz im Einzel- wie im Gruppensetting eingegangen.

Literatur:
Cloitre M, Cohen LR, Koenen KC (2013) Sexueller Missbrauch und Misshandlung in der Kindheit. Ein Therapieprogramm zur Behandlung komplexer Traumafolgen. Göttingen: Hogrefe-Verlag.

Do 13:30 - 17:00
30 max

Narrative Exposition (NET) – Behandlung von PTBS bei mehrfach traumatisierten Geflüchteten

Dorothea ThekkumthalaSH 1.109

Ist ein Mensch im Laufe seines Lebens mehrfach traumatischen Erfahrungen ausgesetzt, so steigt sein Risiko eine Traumafolgestörung zu entwickeln. Je mehr erlebt wurde, desto höher die Erkrankungsrate.
Geflüchtete stellen in diesem Sinne eine Hochrisikogruppe dar. Misshandlungen, Kriegs- und Foltererlebnisse sowie traumatische Fluchtmomente brennen sich tief in ihr Gedächtnis. Quälenden Szenen aus der Vergangenheit drängen sich in Gedanken und Träume. Angst und Hilflosigkeit überdauern oft jahrelang. Es ist als würde das Schlimme im ‚Hier und Jetzt‘ wieder erlebt.
Maggie Schauer, Frank Neuner und Thomas Elbert (2011) entwickelten mit der Narrativen Expositionstherapie (NET) einen traumakonfrontativen Behandlungsansatz für eben diese PatientInnengruppe – Mehrfachtraumatisierte mit PTBS. Breite Evidenz belegt die Wirksamkeit der Methode, insbesondere für die Behandlung von Geflüchteten.
Die NET basiert auf dem kulturübergreifend praktizierten Element des Erzählens. Anfänglich wird in einer ‚Lebenslinienarbeit‘, unter Verwendung konkreter, greifbarer Materialien, das Erlebte geordnet. Steine und Blumen entlang einer Schnur repräsentieren dabei schlimme und schöne Lebenserfahrungen.
Anschließend werden die PatientInnen ermutigt, chronologisch von ihrem Leben zu berichten. Besonderen Raum bekommen traumatische Szenen. Die Sensorik, Gedanken, Gefühle und Körperreaktionen ‚von Damals‘ werden im narrativen Prozess aktualisiert und autobiografisch in Zeit und Ort integriert.
Der praxisnahe Workshop vermittelt die Grundlagen der NET sowie Besonderheiten bei der Arbeit mit Geflüchteten.

Do 13:30 - 17:00
12 max

DBT-PTSD: Dialektisch-Behaviorale Therapie der Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung

Kathlen PriebeSH 1.105

Die DBT-PTSD wurde als ein störungsspezifisches multimodulares Behandlungskonzept für Patientinnen und Patienten mit komplexer Posttraumatischer Belastungsstörung nach sexualisierter oder körperlicher Gewalterfahrung in der Kindheit entwickelt. Behandlungsalgorithmen geben vor, welche Interventionen bei welcher Symptomatik zu welchem Zeitpunkt eingesetzt werden sollten. Die DBT-PTSD integriert Komponenten der Dialektisch Behavioralen Therapie und der traumafokussierenden kognitiven Verhaltenstherapie sowie der Acceptance und Commitment Therapie und der Compassion Focused Therapy. Neben der Veränderung von Kognitionen und Emotionen fördert die DBT-PTSD die kognitive Distanzierung und Akzeptanz von Kognitionen und Emotionen sowie das Handeln trotz störender Kognitionen und Emotionen.
Die Wirksamkeit konnten in zwei randomisiert-kontrollieren Studien im stationären und ambulanten Bereich nachgewiesen werden: Beide Studien zeigten hohe Akzeptanz, Sicherheit und große Effektstärken. Dies ist insbesondere erwähnenswert, da in diesen Studien auch Patientinnen mit schweren dissoziativen Symptomen, chronischer Suizidalität und selbstverletzendem Verhalten eingeschlossen – und erfolgreich behandelt werden konnten.
Im Workshop werden das Behandlungsprogramm sowie die wichtigsten Behandlungsmethoden im Überblick vorgestellt. Ein Schwerpunkt liegt auf der Darstellung der Besonderheiten der  Patientengruppe sowie der Bearbeitung selbstwertbezogener Kognitionen und Emotionen. Darüber hinaus wird das Vorgehen der Skills-unterstützten Exposition gegenüber den primären, also während der Traumatisierung erlebten Emotionen, und deren Relativierung im gegenwärtigen Kontext vorgestellt.

Do 13:30 - 17:00
18 max

Achtsamkeit und liebende Güte in der Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung nach interpersoneller Gewalt

Marie CloosSH 0.107

Achtsamkeitsbasierte Verfahren haben sich in der Behandlung der PTBS als wirksam erwiesen (Hopwood & Schutte, 2017). Die PTBS-Symptomatik wird insbesondere durch die Vermeidung traumaassoziierter Reize aufrechterhalten (O´Donnell et al., 2007). Einachtsames, das heißt absichtsvolles und nicht wertendes, Erleben des Augenblicks (Kabat-Zinn, 2015) ist diesem Vermeidungsverhalten entgegengesetzt. Da Opfer interpersoneller Gewalt neben den Kernsymptomen der PTBS häufig unter einem negativen Selbstbild und zwischenmenschlichen Problemen leiden, stellen Liebende Güte-Mediationen einen weiteren erfolgsversprechenden Behandlungsansatz dar. Liebende Güte beschreibt ein bindungsloses Wohlwollen allen Lebewesen gegenüber und die Akzeptanz aller Aspekte des Seins (Salzberg, 2002). Eine Pilotstudie zeigte starke Effekte von Liebende Güte-Meditationen auf die PTBS-Symptomatik (Kearney et al., 2007).
Das in diesem Workshop vorgestellte Behandlungsprogramm wurde für Patienten mit PTBS nach interpersonellen Gewalterfahrungen entwickelt und kürzlich im Rahmen einer Multiple-Baseline-Studie bezüglich seiner Wirksamkeit überprüft (Müller-Engelmann et al., in prep.). Es beinhaltet u.a. kürzere Übungen zur Stabilisierung sowie auf das Trauma bezogene Achtsamkeitsübungen und Übungen zur Akzeptanz der assoziierten Gefühle. Mithilfe eines liebevollen Begleiters werden außerdem Liebende Güte-Meditationen eingeführt. Im Workshop werden nach einer Vorstellung des Behandlungsprogramms einzelne Übungen angeleitet bzw. in Rollenspielen eingeübt.

Do 13:30 - 17:00
30 max

Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen im Sozialen Entschädigungsrecht und der gesetzlichen Unfallversicherung – Gutachtenstandards der DeGPT

Doris Denis, Ferdinand HaenelSH 2.106

Häufig ist festzustellen, dass klinische GutachterInnen in der Kausalitätsbeurteilung psychisch reaktiver Traumafolgen oft zu extrem gegensätzlichen Ergebnissen gelangen. Neben symptombedingter Behinderung der Exploration und besonderen Beziehungsaspekten, die die Objektivität der gutachterlichen Beurteilung beeinträchtigen können, sind es eine Vielzahl möglicher komorbider Störungen, die psychisch reaktive Traumafolgen überlagern und so zu Fehlbeurteilungen bei der Begutachtung führen können. Eine schädigungsunabhängige psychische Vorerkrankung macht die Beurteilung vollends schwierig.
Aus diesem Grund hat die DeGPT vor 2 Jahren ein zertifiziertes Fortbildungscurriculum verabschiedet, welches psychologische und ärztliche FachkollegInnen in die Lage versetzen soll, klinische Gutachten zu psychisch reaktiven Traumafolgen und ihrer Genese in sozialrechtlichen Verfahren fachkompetent zu erstellen. Die von der DeGPT entwickelten Standards für die schriftliche Gutachtenerstellung sollen dabei eine ausreichend begründete und für Dritte nachvollziehbare Beurteilung garantieren, die in der Praxis nicht immer gegeben ist.
In diesem Workshop sollen die speziellen Probleme anhand von Fallbeispielen (gerne auch mitgebrachte Fälle von TeilnehmerInnen) illustriert, die Standards der DeGPT zur Gutachtenerstellung der DeGPT erläutert und auf Besonderheiten bei der Exploration und Beurteilung hingewiesen werden.

www.degpt.de/curricula/degpt-curriculum-begutachtung.html

Literatur:
Haenel F, Denis D, Freyberger H. Die Begutachtung psychisch reaktiver Traumafolgen im Rahmen des OEG. In: Seidler GH, Freyberger HJ, Maercker A. Handbuch der Psychotraumatologie. Stuttgart 2011; S. 735-745
Trauma & Gewalt - Themenheft „Begutachtungspraxis psychisch reaktiver Traumafolgen“, 8.Jg., Heft 2, Mai 2014

Do 13:30 - 17:00

Akuttraumatisierung, Früherkennung und Frühintervention: Ansätze und empirische Evidenz

Jörg AngenendtSH 3.106

Akute Extrembelastungen und potenziell traumatisierende Ereignisse können zu kurz- und langfristigen Belastungssymptomen und manifesten psychischen Folgestörungen  führen. Eine frühzeitige – Screening-gestützte - Erkennung in der primärärztlichen Erstversorgung ist Voraussetzung für Maßnahmen der sekundären Prävention.  Vorgestellt werden Konzepte der psychologischen Frühintervention, die in gestufter Form und entsprechend den individuellen Erfordernissen nach Verlaufsbeobachtung und adaptiver Indikation angeboten werden. Hier sind vor allem KVT-orientierte Programme der Frühintervention für Risikopersonen (z.B. Kröger et al. 2012) empirisch validiert. Die Psychotraumatologische Ambulanz am UKL Freiburg stellt seit 20 Jahren ein niedrigschwelliges Diagnostik- und Therapieangebot für Betroffene v.a. nach akuten Arbeits- und Verkehrsunfällen zur Verfügung, das kurative und präventive Ziele verfolgt. Praxisnah dargestellt werden häufige Konstellationen akuttraumatischer Ereignisklassen (z.B. Raubüberfälle, Gewaltübergriffe, schwere Verkehrsunfälle, Überfahrtraumata) mit ihren Spezifika und verlaufsbestimmenden Faktoren. Das Konzept der Früherkennung und Früherkennung psychischer Folgebeschwerden und -störungen nach Arbeitsunfällen ist Grundlage des speziellen „Psychotherapeutenverfahrens“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), das  überblicksartig vorgestellt wird. Der inzwischen in den 9 Berufsgenossenschaftlichen Unfallkliniken implementierte „Screen and Treat Ansatz“ wird aktuell im Rahmen der „Freiburger Arbeitsunfallstudie FAUST III“  bezüglich zentraler Prozess- und Ergebnisparameter wissenschaftlich evaluiert.  

Do 13:30 - 17:00
25 max

Körperbildorientierte Interventionen in der Therapie traumatisierter Patientinnen

Anne DyerSH 3.105

In Folge traumatischer Erfahrungen insbesondere von körperlicher Gewalterfahrungen in der Kindheit berichten Patientinnen von einer Vielfalt komorbide vorliegender Symptome und Störungen, wie Dissoziationen, Selbstverletzendem Verhalten, einem negativen Körperbild und Essstörungen. Neben einer insgesamt erhöhten Ekelsensitivität werden beispielsweise höchst aversive Gefühle bezogen auf bestimmte mit der Gewalterfahrung im Zusammenhang stehenden Körperregionen berichtet. Die State-of-the-Art Behandlung der PTBS ist nicht auf diese verschiedenen Symptomatiken ausgerichtet und ist bei vorliegender, komorbider Symptomatik erschwert. Desweiteren fehlen wissenschaftlich überprüfte Behandlungsmodule für diese Symptomatiken. 
Im Rahmen von zwei randomisiert kontrollierten Studien zur Evaluation der Dialektisch Behavioralen Therapie für Patienten mit PTBS in Folge körperlicher Gewalt in der Kindheit wurde das Behandlungsmodul entwickelt und überprüft.
Im Laufe dieses Workshops wird das Behandlungsmodul, welches spezifisch auf komorbide Körperbildstörungen zugeschnitten ist, vorgestellt.

Do 13:30 - 17:00
25 max

Körperbezogene Abwehrstrategien gegen traumatischen Stress: Wie sie erkannt, verstanden und bei der Behandlung von PTBS genutzt werden können

Karin WildSH 3.104

Im Zentrum des Workshops stehen Muster, die sich originär als körperbezogener Bewältigungsversuch der traumatischen Ereignisse gebildet haben. Sie haben posttraumatisch für Funktionieren nach den Extremsituationen gesorgt. Bei der Alltagsbewältigung erweisen sie sich allerdings auch als dysfunktionale Muster. Daraus entwickeln sich körperbezogene Symptome. (Röhricht, 2011).
Im Workshop wird aufgezeigt, wie die körperbezogenen Abwehrstrategien erfasst und in fünf typische Bewegungstypen eingeordnet werden können. Diese empirisch-pragmatische Kategorisierung basiert auf langjähriger Erfahrung mit komplex traumatisierten Menschen in Gruppen- und Einzelarbeit. Um zu konkreten Ergebnissen zu gelangen, wurden n=100 Verläufe ausgewertet (Wild, 2018). Dabei handelt es sich um ein heuristisches Verfahren, das sich in der praktischen Anwendung bewährt.
Angesichts der hochbelasteten Körperebene vieler Patienten/-innen mit komplexer Posttraumatischer Belastungsstörung sind rasche, effektive Interventionen zur Stressreduktion wertvoll. Dies auch, weil die körperbezogenen Symptome nicht selten so beeinträchtigend erlebt werden, dass die Integration der traumatischen Erfahrung dadurch gestört oder sogar blockiert werden kann (van der Kolk, 2016).
Im Workshop werden praxisrelevante Interventionen dargestellt, die anhand der körperbezogenen Abwehrstrategien von traumabedingtem Stress abgeleitet werden können und sich im therapeutischen Setting und auch für die Alltagsbewältigung bewährt haben.

Röhricht F. (2011). Das theoretische Modell und die therapeutischen Prinzipien/Mechanismen einer integrativen Körperpsychotherapie (KPT) bei somatoformen Störungen. In: Psychotherapie-Wissenschaft. Giessen: Psychosozialverlag (1), 5 – 12

Van der Kolk B.A. (2016). Verkörperter Schrecken. Traumaspuren in Gehirn, Geist und Körper und wie man sie heilen kann. 2. Aufl., Lichtenau: G.P. Probst

Wild K. (2018). Bewegungstherapeutische Gruppenarbeit mit unterschiedlichen Bewegungstypen. In: Trauma und Gewalt, Forschung und Praxisfelder, Stuttgart: J.G. Cotta’sche Buchhandlung, 87 - 88

Do 13:30 - 17:00
50 max

EKVT: Entwicklungsangepasste kognitive Verhaltenstherapie für traumatisierte Jugendliche und junge Erwachsene

Jana GutermannSH 2.107

Die Entwicklungsangepasste Kognitive Verhaltenstherapie (E-KVT; Matulis, Resick, Rosner & Steil, 2013) ist eine in vier Phasen gegliederte traumafokussierte Behandlung, die den speziellen Bedürfnissen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gerecht wird. Die Behandlung wurde insbesondere für Patienten mit PTBS in Folge körperlicher oder sexueller Gewalterfahrung entwickelt und erfolgreich erprobt. Diese leiden häufig neben der PTBS unter weiteren komorbiden Erkrankungen, Emotionsregulationsstörungen und dysfunktionalen Verhaltensweisen wie Selbstverletzung, Dissoziation und Suizidalität. Die Behandlung berücksichtigt diese Besonderheiten, u.a. durch eine zeitlich und inhaltlich intensive Phase der Traumabearbeitung unter Zuhilfenahme der adaptierten Cognitive Processing Therapy, einem besonders in den USA etablierten und sehr gut erlernbaren Traumatherapieverfahren.
Im Workshop werden Sie exemplarisch und mit Hilfe praktischer Übungen Einblick in jede Phase der Therapie erhalten: Motivations- & Beziehungsaufbau, Emotionsregulation, Traumafokussierte Intensivphase mithilfe der Cognitive Processing Therapy (CPT) nach Resick et al. (2008); mit mehreren Sitzungen pro Woche, Unterstützung bei Entwicklungsaufgaben der Jugendlichen

Do 13:30 - 17:00
20 max

A primer on the use of reconsolidation in clinical practice

Alain BrunetSH 2.105

In this workshop, the attendees will gain hands-on experience on how reconsolidation therapy is being conducted in real-life clinical settings. More specifically, they will learn (1) how to determine whether a patient is suited for this treatment, (2) how to construct a good trauma narrative, and (3) how to use mismatch techniques across sessions, so as to properly engage the reconsolidation processes and succesfully weaken a traumatic memory.

Do 13:30 - 17:00

Die Behandlung von Alpträumen

Reinhard PietrowskiSH 1.101

Alpträume kommen in der psychotherapeutischen Praxis relativ häufig vor und spielen bei Patienten mit Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) eine wichtige und oft sehr belastende Rolle. Abgesehen vom Auftreten im Rahmen einer PTBS wurde ihnen bislang wenig Beachtung geschenkt und auch bei der Behandlung der PTBS wurden die Alpträume oft nicht explizit angegangen. Entsprechend gibt es kaum etablierte Behandlungsverfahren. In dem Workshop sollen die Ursachen und vor allem die Behandlungsmöglichkeiten von Alpträumen vorgestellt werden. Ein Schwerpunkt ist die Darstellung eines manualisiertes Therapiekonzepts zur Behandlung von Alpträumen auf der Grundlage der Imagery Rehearsal Therapie (IRT). Bei der IRT handelt es sich um ein imaginatives Verfahren, welches das Umschreiben (Rescripting) des ursprünglichen Alptraums in einen neutralen oder positiven Traum und das imaginative Einüben dieses neuen Traumskriptes beinhaltet, welches den ursprünglichen Alptraum überschreibt. Zudem werden durch die IRT die Selbstwirksamkeit und das Selbstvertrauen erhöht. Die IRT ist erwiesenermaßen geeignet zur Behandlung von idiopathischen und posttraumatischen Alpträumen. In dem Workshop wird anhand zahlreicher praktischer Übungen das IRT-Verfahren demonstriert und selbst angewandt.

Do 13:30 - 17:00
30 max

Psychotherapie und Diagnostik bei anhaltender Trauerstörung

Birgit WagnerSH 2.104

Im ICD-11 wurde die anhaltende Trauer als eigenständiges Krankheitsbild aufgenommen, welches sich von der Depression, posttraumatischen Belastungsstörung oder Anpassungsstörung unterscheidet.
Dennoch stellen sich eine Reihe von offenen Fragen in Bezug auf die anhaltende Trauerstörung als klinische Diagnose. Ab wann ist Trauer eine psychische Erkrankung? Inwieweit unterscheiden sich normale Trauerverläufe von pathologischen Trauerverläufen? Im ersten Teil des Workshops wird eine Einführung in die anhaltende Trauerstörung als diagnostisches Kriterium und Besonderheiten von spezifischen Trauergruppen (z.B. trauernde Eltern, trauernde Geschwister) gegeben. Im zweiten Teil werden spezifische therapeutische Methoden der Behandlung der anhaltenden Trauerstörung anhand von Fallbeispielen vorgestellt. Ein Schwerpunkt liegt hierbei bei den bindungsorientierten Methoden, wie beispielsweise Imagery Rescripting und die Stuhlarbeit (z.B. leere Stuhl-Übung). Ebenso soll auf die Psychotherapie von Hinterbliebenen nach einem Suizid eingegangen werden mit einem Fokus auf Schuldgefühlen, Umgang mit Stigmatisierung und Schamerleben. Mithilfe von Rollenspielen, Videos und Arbeitsmaterialien werden die therapeutischen Techniken exemplarisch vorgestellt.

Do 13:30 - 17:00
20 max

START – Ein Konzept zur Erststabilisierung stark belasteter Kinder und Jugendlicher

Andrea Dixius, Eva MöhlerSH 0.106

START ist ein niedrigschwelliges und kulturintegratives Stabilisierungskonzept und validiert Kinder und Jugendliche mit starkem Stresserleben, Traumafolgen und schweren emotionalen Belastungen. Das strukturierte, modulare Kurzzeit-Interventionskonzept wurde im Rahmen der praktischen Arbeit mit minderjährigen Flüchtlingen in Clearingkontexten und in der Versorgung der Kinder- und Jugendpsychiatrie für hoch belastete Jugendliche entwickelt. Die Interventionen wurden in Praxis erprobt und erste Evaluationsdaten zur Wirksamkeit liegen vor. START adaptiert Elemente aus der DBT-A, Tf-KVT, EMDR und Alptraumtherapie. Die primäre Zielsetzung liegt auf der raschen Stabilisierung und Arousal-Regulation durch die zu Hilfenahme von speziellen, gut wirksamen Skills und funktionalen, adaptiven Handlungsstrategien. Im zweiten Schritt fokussiert die Intervention auf die Stärkung der Selbstwirksamkeit und Selbstfürsorge sowie auf Resilienzförderung. Die praktische Durchführung der 5 Module wird durch das START-Manual mit reichhaltigem Bildmaterial, multilingualen Info-/ und Übungsblätter (arabisch, dari, deutsch, italienisch, englisch) in Print- und Audioversion, erleichtert.
Im Workshop wird das START-Konzept in Theorie und Praxis vorgestellt. In praktischen Übungen besteht die Möglichkeit Interventionen zu erproben und Materialien und verwendete Skills kennen zu lernen.

Weiterführende Informationen & Publikationen: www.startyourway.de

Do 13:30 - 17:00

IRRT (Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy) Trauma, Trauer, Sucht und Innere-Kind-Arbeit

Rolf KösterSH 0.105

Imaginationen stellen einen wirksamen Zugang zur Ebene des emotionalen Erlebens dar, auf der viele seelische Störungen im subjektiven Empfinden der Betroffenen ihren Ursprung haben und aufrechterhalten werden. In der IRRT können belastende Erinnerungen nach der emotionalen Aktivierung (Phase 1) mithilfe des imaginativen Um-Schreibens effektiv aufgelöst werden. Dabei wird als zusätzliche Persönlichkeitsinstanz das AKTUELLE ICH der Patienten eingeführt, welches dann einerseits einen anwesenden Täter entmachtet (Phase 2) und andererseits das (traumatisierte) DAMALIGE ICH beruhigt (Phase 3).
M. Schmucker entwickelte die IRRT zur Behandlung erwachsener Opfer eines kindlichen sexuellen Missbrauchs (Typ II-Traumata), später auch zur Behandlung einmaliger Traumatisierungen (Typ I-Traumata).
In der Zusammenarbeit mit R. Köster konnte das Indikationsspektrum erheblich erweitert werden. Folgen nichttraumatischer seelischer Belastungen wie Angststörungen und Depressionen lassen sich mit dem gleichen Ansatz wie posttraumatische Störungen behandeln.
Bei der Behandlung anhaltender Trauerstörungen mit IRRT entwickelt sich die Auflösung der blockierten Verarbeitungsschritte einer Trauerreaktion in der imaginativen Kommunikation des FUSIONIERTEN ICHS (AKTUELLES und DAMALIGES ICH sind nicht getrennt) mit dem Verstorbenen.
Bei der Rückfallaufarbeitung (Sucht etc.) mit IRRT wird die Rückfallsituation wie eine posttraumatische Reaktion in der Imagination bearbeitet, so dass der Patient eigene Rückfall-Bewältigungsbilder und Fähigkeiten zur Emotionsregulation entwickelt.
Aus der Phase 3 der Behandlung posttraumatischer Störungen entstand die »reine IRRT-Phase-3-Behandlung«, in der das AKTUELLE ICH in der Begegnung mit dem INNEREN KINd eine Begegnung mit sich selbst vollzieht. Dabei können maladaptive Selbstschemata aktualisiert und korrigiert werden.
Im Workshop werden die verschiedenen Ansätze der IRRT-Arbeit hergeleitet und anhand von Videoausschnitten verdeutlicht.

Do 13:30 - 17:00
30 max

18:00 - 20:00 Eröffnung der Tagung

Eröffnung der Tagung

Festsaal im Casinogebäude

Dr. Meike Müller-Engelmann
Goethe-Universität Frankfurt

Dr. Jochen Binder
Integrierte Psychiatrie Winterthur Zürcher Unterland ipw

Prof. Dr. Birgit Kleim
Universität Zürich

Dr. Renate Sterzel
Stadträtin

Dr. Heike Winter
Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Hessen

Do 18:00 - 20:00

Öffentlicher Abendvortrag

Professor Dr. Edgar Franke, MdB; Beauftragter der Bundesregierung für die Anliegen von Opfern und Hinterbliebenen terroristischer Straftaten im InlandFestsaal im Casinogebäude

Terroristische Straftaten im Inland – Was sind die Bedürfnisse von Opfern und Hinterbliebenen?

Der Terroranschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz am 19. Dezember 2016 war ein Angriff auf unseren demokratischen Rechtsstaat. Für unsere freiheitliche, weltoffene und liberale Gesellschaft als Ganzes bedeutete der Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz eine Zäsur.

Vor allem für die Opfer und Hinterbliebenen bringt ein solcher Anschlag unendliches Leid. Sie sind stellvertretend für den Staat angegriffen worden.
Der Staat steht deshalb in besonderer Verantwortung, schnelle praktische und finanzielle Unterstützung zu leisten.

Zentrales Anliegen der Bundesregierung ist es, Opfer und Hinterbliebene bestmöglich zu betreuen.

Reaktionen und Kritik der Opfer und Hinterbliebenen des Breitscheidplatz-Anschlags haben gezeigt, an welchen Stellen Verbesserungen für die Opfer und Hinterbliebenen unabdingbar sind. Eine zentrale Forderung der Opfer und Hinterbliebenen war die dauerhafte Einrichtung zentraler Strukturen und Ansprechpartner.

Aufgrund dieser Forderung wurde am 11. April 2018 Prof. Dr. Edgar Franke, MdB, von der Bundesregierung zum Beauftragten für die Anliegen von Opfern und Hinterbliebenen von terroristischen Straftaten im Inland ernannt.

Herr Prof. Dr. Franke ist der zentrale Ansprechpartner für die Betroffenen von inländischen Terroranschlägen und deren Anliegen. Er vermittelt ihnen nicht nur Kontakte zu allen zuständigen Behörden des Bundes und der Länder, sondern begleitet und unterstützt sie bei der Durchsetzung ihrer Anliegen.

Zwischen den Betroffenen terroristischer Straftaten und den verschiedenen Akteuren des Opferschutzes nimmt er also eine „Lotsenposition“ ein.

In seinem Vortrag wird Herr Prof. Dr. Franke von seiner Tätigkeit, den Bedürfnissen der Opfer und Hinterbliebenen und dem Umsetzungstand der verbesserten Opferhilfe berichten.

 

 

Im Anschluss an den Vortrag laden wir Sie herzlich zu einem Get-together ein.

Do 18:00 - 20:00

Freitag 15 Mrz 2019

9:00 - 10:30 Vorträge

ICD-11: A revolution in PTSD diagnosis

Chris BrewinHörsaal 1

Not since 1980 has there been such a change in the conceptualisation and diagnosis of PTSD as that introduced by ICD-11 in 2018. According to ICD-11 the PTSD diagnosis can be defined in terms of the combination of three core elements, re-experiencing the traumatic event in the present, deliberate avoidance of reminders, and a persisting sense of threat. Complex PTSD (CPTSD) is a separate disorder that consists of both the core PTSD symptoms as well as disturbances in self-organisation, characterised by: 1) severe and pervasive problems in affect regulation; 2) persistent beliefs about oneself as diminished, defeated or worthless; and 3) persistent difficulties in sustaining relationships and in feeling close to others. In contrast to DSM-5 there is an explicit focus on symptoms that best discriminate PTSD and CPTSD from other disorders with which they are commonly comorbid. I will describe the problems as well as the different ways of working that have led to the current discrepancies between DSM-5 and ICD-11, and summarize the picture that is emerging concerning the distinction between two new diagnoses, the likely impact on prevalence rates, and the extent of diagnostic overlap.

Fr 9:00 - 10:30

Die aktuelle S3-Leitlinie zur Behandlung der PTBS

Ingo SchäferHörsaal 1

Die deutsche S3-Leitlinie zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) wurde 2011 unter Federführung der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) verabschiedet und in den letzten Jahren neu überarbeitet. Zusätzlich zu den Verbänden, die bereits am Upgrade zur S3-Leitlinie mitgewirkt hatten, konnten verschiedene weitere Fachgesellschaften dafür gewonnen werden sich am Überarbeitungsprozess zu beteiligen. Bei der Überarbeitung wurden die bereits in der letzten Fassung enthaltenen Empfehlungen aktualisiert und dabei verschiedene neue Aspekte berücksichtigt. So lag zur psychotherapeutischen Behandlung der PTBS bereits seit längerer Zeit eine gute Evidenz zu verschiedenen Therapieverfahren vor, die sich allerdings bislang vorwiegend auf Patienten ohne wesentliche Komorbiditäten bezogen hatte. Auch Patienten mit komplexen Traumatisierungen waren häufig nicht explizit berücksichtigt worden. Anhand einer systematischen Literaturrecherche wurde der aktuelle Stand zu diesen und weiteren Fragestellungen ermittelt und bei der Formulierung der Empfehlungen berücksichtigt. Im Vortrag wird ein Überblick über den Überarbeitungsprozess der S3-Leitlinine PTBS und die schließlich verabschiedeten Empfehlungen gegeben. Dabei wird ein Schwerpunkt wird auf verschiedene Neuerungen der Leitlinie gelegt.

Fr 9:00 - 10:30

11:00 - 12:30 Symposien 1

Gewalt in der Lebensspanne: Der Einfluss kindlicher Traumatisierung auf die körperliche und psychische Gesundheit und die Möglichkeiten zur Gewaltprävention im Erwachsenenalter

Astrid Lampe, Thomas BeckHörsaal 5

Eine deutschsprachige Screening-Version des MACE-X – ein Fragebogen zur umfassenden Erfahrung von Missbrauch und Vernachlässigung in Kindheit und Jugend
Thomas Beck, Judith Daniels, David Riedl, Astrid Lampe

Der Einfluss belastender Kindheitserfahrungen und häuslicher Gewalt auf die Gesundheit im Erwachsenenalter
David Riedl, Judith Daniels, Thomas Beck, Daniel Dejaco, Iris Unterberger, Astrid Lampe

Der Einfluss von emotionaler und körperlicher Gewalt unter Peers auf die physische und psychische Gesundheit im Erwachsenenalter
Astrid Lampe, David Riedl, Silvia Exenberger, Iris Trawöger, Thomas Beck

Sensibilisierungsschulungen des medizinischen Personals bezüglich häuslicher Gewalt am Landeskrankenhaus Innsbruck
Iris Trawöger, David Riedl, Thomas Beck, Astrid Lampe

Fr 11:00 - 12:30
Forschung

Entstehung und Behandlung von Traumafolgestörungen: Experimentelle und neurobiologische Ansätze

Ulrike Schmidt, Henrik KesslerHörsaal 15

Der Einfluss des Serotonintransporter-Gens auf Suizidalität bei affektiv Erkrankten mit traumatischen Kindheitserfahrungen
Marleen Mitschek, Birgit Ludwig, Birgit Senft, Nestor Kapusta, Siegfried Kasper, Alexandra Schosser

Die Veränderung der Regulation und Expression von micro-RNAs in der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) – neue Moleküle geben neue Hoffnung
Ulrike Schmidt

Medizinisches Cannabis in der Behandlung der PTBS: Der Schweizer Weg
Torsten Berghändler

Oxytocin in der Prävention und Behandlung von PTBS
Torsten Berghändler

Fr 11:00 - 12:30

Intrusive Memories and Beyond: New Insights from Experimental Psychopathology

Tanja Michael, Katja WingenfeldHörsaal 8

The Role of Peritraumatic Neural Processing and Lifetime Adversity on Intrusive Memories
Julina A. Rattel, Stephan F. Miedl, Laila K. Franke, Lisa M. Grünberger, Jens Blechert, Martin Kronbichler, Victor I. Spoormaker, Frank H. Wilhelm

The Impact of the Biological Stress Response during Acquisition and Consolidation of Traumatic Events on Intrusive Memories
Stefan Roepke, Felicitas Rombold-Bruehl, Katharina Schultebraucks, Tolou Maslahati, Babette Renneberg, Julian Hellmann-Regen, Christian Otte, Katja Wingenfeld

The Effect of Sleep on Post-Encoding Memory Processes after an Analogue Traumatic Event
M. Roxanne Sopp, Alexandra H. Brueckner, Johanna Lass-Hennemann, Tanja Michael

The Role of Sleep Deprivation in the Expression of Conditioned Fear
Ann-Kathrin Zenses, Tom Beckers, Philippe Peigneux, Yannick Boddez

Fr 11:00 - 12:30
Forschung

Die psychische Gesundheit von Geflüchteten in Deutschland – Prävalenzraten, Verlaufsdaten und Behandlungsansätze

Sarah WilkerHörsaal 9

Der Zusammenhang zwischen potentiell traumatischen Ereignissen und dem Refugee Health Screener-15 – Eine Studie mit Bielefeld zugewiesenen Geflüchteten
Victoria Boettcher, Frank Neuner

Die psychische Gesundheit und Belastungsfaktoren unbegleiteter und begleiteter minderjähriger Flüchtlinge im Verlauf eines Jahres
Lauritz Müller, Karl Büter, Rita Rosner, Johanna Unterhitzenberger

Klinisch-psychologische Diagnostik in einer Flüchtlingsambulanz für Kinder und Jugendliche – Erste Ergebnisse zu psychischen Belastungen, traumatischen Lebensereignissen und Behandlungszielen
Dana Barthel, Areej Zindler, Anne Neumann-Holbeck, Ulrike Ravens-Sieberer, Michael Schulte-Markwort, Fionna Klasen

Die Effektivität von Narrativer Expositionstherapie für Kinder (KIDNET) als Behandlung für traumatisierte geflüchtete Kinder und Jugendliche: Vorstellung der multizentrischen Studie YOURTREAT
Sarah Wilker, Melissa Preusse, Telja Schmidt, Jasmin Wittmann, Rita Rosner, Bettina Doering, Nina Heinrichs, Areej Zindler, Claudia Catani, Frank Neuner

Fr 11:00 - 12:30

Neuere Entwicklungen in der Wirksamkeitsforschung zu Internet- und App-basierten Interventionen

Helen Niemeyer, Maria BöttcheHörsaal 10

Analysen zum Drop-Out in einer internet-basierten arabischsprachigen kognitiv-behavioralen Therapie: Soziodemographische Prädiktoren für Screening- und Therapieabbrüche
Max Vöhringer, Martin Slotta, Christine Knaevelsrud, Birgit Wagner, Nadine Stammel,
Maria Böttche

Evaluation einer internet-basierten Intervention für Einsatzkräfte der Bundeswehr mit Posttraumatischer Belastungsstörung
Helen Niemeyer, Sarah Schumacher, Sinha Engel, Annika Küster, Jan Spies, Heinrich Rau,
Gerd-Dieter Willmund, Peter Zimmermann, Christine Knaevelsrud

Internet-basierte kognitiv-behaviorale Schreibtherapie zur Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung nach intensivmedizinischer Behandlung: Pilotergebnisse
Romina Gawlytta, Christine Knaevelsrud, Helen Niemeyer, Maria Böttche, Jenny Rosendahl

Smartphone-basierte psychologische Interventionen für Geflüchtete und Personen aus Konfliktregionen
Jana Stein, Nadine Stammel, Birgit Wagner, Christine Knaevelsrud, Maria Böttche

Fr 11:00 - 12:30

Organisierte und rituelle Gewalt – Folgen, Versorgungssituation und Handlungsempfehlungen

Susanne Nick, Claudia IgneyHörsaal 11

Sexualisierte Gewalt in organisierten und rituellen Gewaltstrukturen – Prävention, Intervention und Hilfen für Betroffene stärken
Claudia Igney

Organisierte und rituelle Gewalt in Deutschland – Gewaltformen, psychische Folgen und Versorgungssituation
Susanne Nick, Johanna Schröder, Peer Briken, Ann-Kathrin Kraus, Hertha Richter-Appelt

Ressourcen bei organisierten und rituellen Gewalterfahrungen – Was erleben Betroffene und deren Behandler_innen als stärkend
Ann-Kathrin Kraus, Johanna Schröder, Susanne Nick, Peer Briken, Hertha Richter-Appelt

Beziehungsarbeit als Millimeterarbeit: Professionelle Beziehungsgestaltung mit Frauen aus Frauenhandelszusammenhängen
Silke Brigitta Gahleitner, Martha Schneider

Fr 11:00 - 12:30

Anhaltende Trauerstörung nach gewaltsamen Konflikten

Nadine Stammel, Carina HeekeHörsaal 13

Meta-Analyse zu Risikofaktoren der Anhaltenden Trauerstörung bei gewaltsamem Verlust
Carina Heeke, Christina Kampisiou, Helen Niemeyer, Christine Knaevelsrud

Anhaltende Trauerstörung bei Geflüchteten mit uneindeutigem Verlust
Hannah Comtesse, Rita Rosner

Posttraumatische Belastungsstörung und Prolongierte Trauer nach Trauma und Verlust in Kambodscha 30 Jahre nach dem Khmer Rouge Regime
Ronja Willenborg, Nadine Stammel, Christine Knaeveslrud

Anhaltende Trauer und Versöhnungsbereitschaft bei hinterbliebenen Überlebenden des Khmer Rouge Regimes in Kambodscha
Nadine Stammel, Louisa Heinzl, Christine Knaevelsrud

Fr 11:00 - 12:30

Symposium der AG Gutachten der DeGPT Leitlinie zur Begutachtung psychischer und psychosomatischer Störungen – Problem oder Lösung?

Ruth Ebbinghaus, Karl-Heinz BiesoldHörsaal 7

AWMF SK 2 Leitlinie Teil 2 „Begutachtung bei Kausalitätsfragen im Sozial-, Zivil- und Verwaltungsrecht“ – Von der alten zur neuen Fassung
Ferdinand Haenel

Veränderungen in der Leitlinie zur Begutachtung komplexer posttraumatischer Folgestö-rungen im Lichte der diagnostischen Veränderungen der Klassifikationssysteme DSM-5 und ICD-11 (Release-Version)
Klaus Dilcher

Ist die PTBS auch eine Berufskrankheit?
Doris Denis

Die Beurteilung von Beeinträchtigungen infolge von Traumafolgestörungen – ICF / MdE / GdS
Tony Krause

Fr 11:00 - 12:30

Psychische Langzeitauswirkungen von NS-Zeit und Krieg – Konzeptuelle Überlegungen, klinische Erfahrungen und therapeutische Ansätze

Ulrike PohlHörsaal 12

Psychische Spätfolgen von NS-Zeit und Krieg – Ein Schichtenmodell für die psychosoziale Praxis
Ulrike Pohl

Sind wir den Toten etwas schuldig? – Psychotherapeutische Arbeit mit langzeitfolgen in der zweiten und dritten Generation von Shoahüberlebenden
Cristina Budroni

Transgenerationale Weitergabe dissoziativer Symptome im Rahmen von Täter/Opfer-Verstrickungen im Nazideutschland bei Schweizer PatientInnen
Peter Streb

Fr 11:00 - 12:30

Vom Umgang mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen

Birgit MayerHörsaal 14

Behandlung eines gehörlosen Patienten mit PTBS mit dem EMDR-Standardprotokoll nach Shapiro
Anna-Konstantina Richter

Frühkindliche Vernachlässigung und geistige Beeinträchtigung in der Praxis
Birgit Mayer

Eine erste Experten-Leitlinie „posttraumatische Belastungsstörungen bei Menschen mit geistiger Beeinträchtigung“: Schwerpunkte, Arbeitsprozesse und erste Zwischenstände
Ulrich Elbing, Birgit Mayer

Fr 11:00 - 12:30

13:30 - 14:15 Preisverleihung und Preisvorträge

Preisverleihung und Preisvorträge

Hörsaal 1

Fr 13:30 - 14:15

14:30 - 16:00 Symposien 2

Trauma und Suizidalität: Vorhersage und Behandlung

Heide Glaesmer, Birgit KleimHörsaal 7

Missbrauchserfahrungen in der Kindheit als Risikofaktoren für Suizidalität
Heide Glaesmer, Thomas Forkmann, Dajana Rath, Tobias Teismann, Laura Paashaus, Antje Schönfelder

Pilotstudie einer webbasierten Gruppenintervention für Hinterbliebene nach einem Suizid
Birgit Wagner, Laura Hoffmann, Ulrike Maaß

Unterschiede der Therapiewirksamkeit bei Hinterbliebenen von Suiziden im Vergleich mit anderen Todesarten
Ulrike Maaß, Laura Hoffmann, Birgit Wagner

Sleep is neglected in evidence-based Psychological Interventions for Suicidality
Birgit Kleim, Dominik Recher, Marianne Rizk, Sebastian Olbrich, Erich Seifritz, Michael Nadorff

Fr 14:30 - 16:00

Die Rolle von Fear of Sleep bei Geflüchteten, transdiagnostische kultursensible Behandlungskonzepte (STARK und STARK-SUD) und die psychische Gesundheit von Sprachmittler*innen

Alexandra LiedlHörsaal 5

Wie Fear of Sleep den Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und PTBS beeinflusst: Eine Studie mit geflüchteten Patienten
Michaela Junghänel, Alexandra Liedl

Prädiktoren für die Wirksamkeit von STARK: Skills-Training der Affektregulation – Ein kultursensibler Ansatz
Alexandra Liedl, Theresa Koch

Behandlung von posttraumatischen Belastungssymptomen und substanzbezogenen Störungen bei Geflüchteten – Das Behandlungsprogramm „STARK-SUD“
Johanna Grundmann, Annett Lotzin, Alexandra Liedl, Theresa Koch, Maria Böttche, Philipp Hiller, Ingo Schäfer

Systematisches Literaturreview zur psychischen Gesundheit von Sprachmittler*innen in der Geflüchtetenhilfe
Angelika Geiling, Nadine Stammel, Christine Knaevelsrud

Fr 14:30 - 16:00

Kinder und Jugendliche im Kontext von Migration und Trauma. Diagnostik, Interventionskonzepte und Evaluationsdaten aus Deutschland und der Schweiz

Andrea Dixius, Eva MöhlerHörsaal 9

PORTA – Ein internetbasiertes Tool zur Belastungseinschätzung bei minderjährigen Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung
Thorsten Sukale

Ein kulturintegratives Stabilisierungskonzept für stark belastete Kinder und Jugendliche, START
Andrea Dixius, Eva Möhler

Stressparameter bei akut-dysregulierten Jugendlichen aus verschiedenen Kulturen vor und nach einer stabilisierenden Intervention
Eva Möhler, Andrea Dixius

Postmigratorischer Stress ist ein Risikofaktor für das Auftreten psychischer Erkrankungen bei unbegleiteten minderjährigen eritreischen Asylsuchenden
Fana Asefaw, Ronja Dieterle, Anja Kümin, Tamara Ackermann, Lars Wöckel

Fr 14:30 - 16:00

Präzisierung von Diagnostik; Behandlungspräferenzen, PTBS Strukturmodelle, telemedizinische Methoden

Birgit WagnerHörsaal 12

Does Adding Dissociative Symptoms to the Proposed Criteria for ICD-11 CPTSD Predict a More Precise CPTSD Category? – Preliminary Results
Lise Møller, Ulf Søgaard, Ask Elklit, Erik Simonsen

Identifikation von Behandlungspräferenzen von Patienten mit Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS)
Laura Schwartzkopff, Jana Gutermann, Regina Steil, Meike Müller-Engelmann

Erfassung von Symptomen der posttraumatischen Belastungsstörung in der arabischen Welt: Prüfung der Güte unterschiedlicher PTBS-Modelle
Raphael Cuadros, Jana Stein, Birgit Wagner, Christine Knaevelsrud, Maria Böttche, Nadine Stammel

Entwicklung eines telemedizinischen Tools zur Unterstützung der Diagnostik im Rahmen des EFRE-Projekts „Tele-NePS“
Patrick Lorenz, Erik Bergner, Caroline Glathe, Martin Benedict, Tim Scheplitz, Kerstin Weidner, Julia Schellong

Fr 14:30 - 16:00

Technik-basierte Ansätze in Prävention und Therapie von Einsatzkräften

Peter Zimmermann, Helge HöllmerHörsaal 5

Das neue psychosoziale Online-Portal der Bundeswehr
Kai Köhler, Peter Zimmermann

Serious Gaming und hippocampales Wachstum bei traumatisierten Soldaten
Kerstin Herr, Simone Kühn, Gerd Willmund

Virtuelle Realität in der Traumatherapie von Einsatzkräften
Helge Höllmer, Robert Gorzka

Die Erfassung belastender und kritischer Einsatzereignisse bei Rettungsdienstmitarbeitern und deren Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit
Roberto Rojas, Alexander Behnke, Daniela Conrad, Iris-Tatjana Kolassa

Fr 14:30 - 16:00

Aktuelle Initiativen zur Versorgung von geflüchteten Menschen mit psychischen Belastungen

Ingo Schäfer, Brigitte Lueger-SchusterHörsaal 10

Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung unbegleiteter junger Flüchtlinge durch ein gestuftes Behandlungsangebot – Der Verbund BETTER CARE
Rita Rosner, Johanna Unterhitzenberger, Elisa Pfeiffer, Cedric Sachser

Implementierung von Problem Management Plus (PM+) Bei syrischen Geflüchteten
Ulrich Schnyder, Matthis Schick, Monique C. Pfaltz, Naser Morina

Eine psychologische Kurzintervention für afghanische Asylsuchende in Österreich
Brigitte Lueger-Schuster, Matthias Knefel, Ingo Schäfer

Prävention und Behandlung von Suchtproblemen bei geflüchteten Menschen – Der PREPARE-Verbund
Ingo Schäfer, Sahin Albayrak, Raphael Gaßmann, Andreas Heinz, Michael Klein, Jutta Lindert, Annett Lotzin

Fr 14:30 - 16:00

Neue Behandlungs- wege: Ein Modell zur intensiven Vernetzung von ambulanter und stationärer Traumatherapie

Jochen Binder, Robert M. McShineHörsaal 11

Positive Wirkfaktoren und Grenzen bei der kontinuierlichen Fallführung eines Therapeuten bei Wechseln von ambulanter und stationärer Behandlung aus Sicht der Psychotherapie
Silvan Weber

Sichtweise und Erleben vom Übergang der ambulanten in die stationäre Behandlung und umgekehrt von Patienten mit einer komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung. Eine qualitative Inhaltsanalyse
Manuel Stadtmann

Körperorientierte Psychotherapie im ambulanten und stationären Setting: Chancen der Therapiegestaltung in unterschiedlichen Settings und Rollen aus Sicht der Therapeuten und der Patienten
Christina Mächler Williams

Chancen der Kunsttherapie
Judith Zink-Hauser

Fr 14:30 - 16:00

Innovative Behandlungsansätze

Walter SchurigHörsaal 13

Die Anwendung einer visuospatialen Aufgabe zur Reduktion von Intrusionen bei komplexer PTBS
Henrik Kessler

Schemata und Modi bei Patienten ambulanter psychiatrischer Rehabilitation in Abhängigkeit von Trauma-assoziierten Diagnosen
Birgit Senft, Andreas Affenzeller, Alexandra Schosser

Complementary Trauma Therapy: Myoreflex- and Auriculotherapy
Robert Bering, Bo Kähler, Kurt Mosetter, Anne Marie Vester

Das somatische Narrativ – Eine methodische Ergänzung zur Integration des Körpererlebens in den therapeutischen Prozess
Walter Schurig

Fr 14:30 - 16:00

Innovative Vorhersage- und Behandlungsansätze bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen

Jana GutermannHörsaal 14

Kumulative Traumatisierung und Traumasymptomatik bei Kindern und Jugendlichen in Heimunterbringung: Mediierende Effekte des Kohärenzgefühls
Katharina Sölva, Alexander Haselgruber, Brigitte Lueger-Schuster

Prädiktoren für den Therapieerfolg bei traumafokussierten Kurzzeitinterventionen im Kindes- und Jugendalter
Claudia Calvano, Elena Murray, Kathrin Reiter, Sibylle Winter

„ResonaT: Ressourcenorientierte narrative Traumatherapie”: Kinder mit schweren Traumatisierungen erfolgreich behandeln
Regina Hiller

Vorstellung und Evaluation eines Online-Lernprogramms für PsychotherapeutInnen zur traumafokussierten kognitiven Verhaltenstherapie für Kinder und Jugendliche
Rita Rosner, Svenja Wintersohl

Fr 14:30 - 16:00

Kind und Katastrophe: Wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Ansätze

Harald Karutz, Verena Blank-GorkiHörsaal 15

Psychosoziale Akuthilfe für Kinder und Jugendliche: Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt „Kind und Katastrophe“
Harald Karutz, Verena Blank-Gorki, Ann-Katrin Fegert

Mittel- und langfristige Hilfe für Kinder und Jugendliche: Erkenntnisse aus dem Forschungs-
projekt „Kind und Katastrophe“
Harald Karutz, Verena Blank-Gorki, Ann-Katrin Fegert

Krisenintervention für Kinder und deren Bindungspersonen: APSN – Ein traumapräventiv-systemischer Ansatz nach hochbelastenden Lebenserfahrungen
Tita Kern, Simon Finkeldei

Das erstarrte Mobile: Gemeinsame Stabilisierung und Trauma-Exposition mit Eltern und Kindern
Alexander Korittko

Fr 14:30 - 16:00

16:30 - 18:00 Vorträge

Diagnostik und Therapie der Anhaltenden Trauerstörung

Rita RosnerHörsaal 1

In der ICD-11 wird die Diagnose Anhaltende Trauerstörung (ATS) neu eingeführt. Da international seit vielen Jahren zum Thema pathologische Trauerprozesse geforscht wird, liegt nun ein ausreichender Kenntnisstand, sowohl zum Nutzen der neuen Diagnose als auch zur Behandlung, vor.
Etwa 5 - 10% der Trauernden entwickeln eine ATS. Kennzeichen sind neben Beeinträchtigungen im alltäglichen Leben, eine intensive, anhaltende Sehnsucht nach dem Verstorbenen und eine ständige gedankliche Beschäftigung mit der verstorbenen Person. Weitere erforderliche diagnostische Kriterien beschreiben intensiven emotionalen Schmerz: Traurigkeit; Schuldgefühle, eine mangelnde Akzeptanz des Verlustes sowie Schwierigkeiten, an sozialen oder anderen Aktivitäten teilzunehmen. Risikofaktoren für die Entstehung der ATS sind unter anderem die Art des Verlustes, Todesumstände und Bewältigungsprozesse.
Neben der Abgrenzung zur normalen Trauer ist in der Differentialdiagnostik insbesondere die Abgrenzung zur Depression und der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) relevant. Depression, PTBS und ATS unterscheiden sich in wesentlichen Punkten, treten aber auch häufig komorbid auf. Metaanalysen ermöglichen die Bewertung der Effektivität unterschiedlicher psychotherapeutischer aber auch pharmakologischer Interventionen. Während präventive Ansätze ebenso wenig hilfreich erscheinen wie pharmakologische, zeigen sich in aktuellen Studien hohe Effektstärken für psychotherapeutischer Behandlungsansätze.

Fr 16:30 - 18:00

Warum brauchen wir mehr Traumasensibilität in der Jugendhilfe? Was können traumapädagogische Konzepten in der Praxis der Heimerziehung bewirken?

Marc SchmidHörsaal 1

Traumapädagogische Ausbildungen boomen – über 40 Institute bieten inzwischen von der DeGPT und Fachverband Traumapädagogik zertifizierte Ausbildungen an. Das große Interesse der Jugendhilfe ist verständlich, fordern doch viele traumatisierte Jugendliche sie sehr heraus, da traditionelle Konzepte den spezifischen Bedürfnissen von traumatisierten Kindern und Jugendlichen mit ihren Schwierigkeiten in der Selbst- und Beziehungsregulation nur bedingt gerecht werden. Viel zu viele Jugendhilfemaßnahmen enden im Abbruch. Zunehmend zeigt sich wegen der hohen Belastung, dem familienunfreundlichen Schichtdienst und dem hohen Risiko für persönliche Grenzverletzungen auch ein Fachkräftemangel.
Für eine erfolgreiche Umsetzung von traumapädagogischen Konzepten ist die Ausbildung von Fachkräften eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung. Eine Sensibilisierung der ganzen Organisation ist vonnöten. Um zu erreichen, dass sich Fachkräfte in den oft sehr herausfordernden Interaktionen selbstwirksam fühlen, brauchen diese auf einer administrativen, fachlichen und vor allem auf einer emotionalen Ebene Unterstützung. Nur sichere Fachkräfte können korrigierende Beziehungserfahrungen vermitteln.
In diesem Vortrag werden die Herausforderungen, die Traumafolgestörungen an die Fachkräfte in der Jugendhilfe stellen, beschrieben und die für eine traumasensible Jugendhilfe nötigen Rahmenbedingungen und Unterstützungsmöglichkeiten für die Teams diskutiert. Abschließend werden die Ergebnisse eines Modellversuchs vorgestellt, welche zeigen, dass sich auch auf neurobiologischer Ebene eine Stressreduktion bei den Fachkräften und Klienten nachweisen lässt.

Fr 16:30 - 18:00

18:15 - 19:30 DeGPT-Mitgliederversammlung

DeGPT-Mitgliederversammlung

Hörsaal 12

18.15 - 19.30 Uhr
DeGPT-Mitgliederversammlung

ab 20.00 Uhr
Tagungsfest im Depot 1899

Fr 18:15 - 19:30

Samstag 16 Mrz 2019

9:00 - 10:30 Vorträge

Reconsolidation: toward a new innovative intervention for the treatment of trauma-related disorders

Alain BrunetHörsaal 1

Current treatment approaches in mental health involve primarily psychotherapy and psychotropic medications. Although useful, those paradigms suffer from a poor efficiency due to their relapse and drop-out rates, respectively. Reconsolidation is emerging as a new conceptual and treatment paradigm in psychiatry. As such, it could well change the way we see and treat mental disorders in the near future. In this keynote address the attendees will learn about reconsolidation and will be introduced to the empirical evidence supporting the use of reconsolidation therapy for patients suffering from adjustment disorders, traumatic stress, and addiction.

Sa 9:00 - 10:30

Innovative Behandlung der PTBS nach interpersonellen Gewalterfahrungen in der Kindheit: DBT-PTSD (Dialektisch-Behaviorale Therapie der PTBS) und CPT (Cognitive Processing Therapy) im Vergleich

Regina SteilHörsaal 1

Die Dialektisch-Behaviorale Therapie für die Posttraumatische Belastungsstörung (DBT-PTSD) ist eine Psychotherapie, die auf die posttraumatische Symptomatik nach sexuellem oder physischem Missbrauch in Verbindung mit Schwierigkeiten der Emotionsregulation – auf die komplexe PTBS – zugeschneidert ist. Sie kombiniert Elemente der Dialektisch-Behavioralen Therapie mit traumafokussierten kognitiv-behavioralen sowie innovativen Interventionen. Zwei unkontrollierte Studien konnten die gute Wirksamkeit der DBT-PTSD im stationären und im ambulanten Setting belegen. In einer großen randomisierten und kontrollierten Studie verglichen wir die Wirksamkeit der DBT-PTSD mit der einer State-of-the-Art-Intervention, der Cognitive Processing Therapy, an 98 versus 95 weiblichen Patientinnen mit PTBS nach Gewalterfahrung in der Kindheit. Neben der klassischen postttraumatischen Symptomatik wurden sekundäre Symptome wie Dissoziation, Depression und die Symptome der Borderline-Persönlichkeitsstörung erfasst. Die Ergebnisse zeigen signifikante Effekte beider Interventionsformen auf die PTBS und die Begleitsymptome, mit signifikanten Vorteilen für die DBT-PTSD gegenüber der CPT. Der Vortrag illustriert die therapeutische Vorgehensweise der DBT-PTSD und die Ergebnisse der bisherigen Studien.

Sa 9:00 - 10:30

11:00 - 12:30 Symposien 3

Von Akut bis Komplex: Traumafolgestörungen im Kindes- und Jugendalter

Anke de HaanHörsaal 7

Längsschnittlicher Zusammenhang von posttraumatischen Kognitionen, posttraumatischem Stress und Depression bei Kindern und Jugendlichen nach einem akzidentellen Trauma
Anke de Haan, Eve Degen, Markus A. Landolt

Eine Netzwerkanalyse zu PTBS Symptomen nach DSM-5 in einer Stichprobe traumatisierter unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge
Elisa Pfeiffer, Thorsten Sukale, Cedric Sachser, Jörg M. Fegert, Paul L. Plener

Validierung der ICD-11 Kriterien für PTBS und komplexe PTBS: Prävalenzen und Therapieoutcomes in einer klinischen Stichprobe traumatisierter Jugendlicher
Rebekka Eilers, Eline Rimane, Anna Vogel, Babette Renneberg, Regina Steil, Rita Rosner

Ein Vergleich der Stabilität von Behandlungseffekten der Traumafokussierten Kognitiven Verhaltenstherapie (TF-KVT) bei Kindern und Jugendlichen mit PTBS und komplexer PTBS
Cedric Sachser, Elisa Pfeiffer

Sa 11:00 - 12:30

Traumapädagogik: Ergebnisse aus Forschung und Praxis zur Arbeit mit verschiedenen Zielgruppen

Silke Birgitta Gahleitner, Marc SchmidHörsaal 9

Begleitevaluation der therapeutischen Jugendwohngruppen Berlin
Silke Birgitta Gahleitner, Christina Frank, Marilena de Andrade, Sandra Wesenberg

Qualitative Einzelfallstudie in Form eines ‚Sternfalls’
Silke Birgitta Gahleitner, Miriam Weber

Traumapädagogik und geschlossene Unterbringung in der Jugendhilfe (GU) – Ein Widerspruch?
Marc Schmid, Nils Jenkel

Traumapädagogik in der Jugenforensik – Grenzen und Möglichkeiten
Marc Schmid, Pamela Wersin

Sa 11:00 - 12:30

Symposium der AG Trauma und Migration: Komplexe Praxis der Versorgung traumatisierter Menschen nach der Flucht

Florian HarderHörsaal 5

Experiences in the Identification of Mentally Strained Refugees in Vorpommern
Hengameh Sadrai, Florian Harder

Herausforderungen in Selbsthilfegruppen mit geflüchteten Frauen unterschiedlicher Herkunft
Bahar Chehrazi

Im Netz gefangen – vom Netz getragen? – Besonderheiten der psychotherapeutischen Arbeit mit Geflüchteten
Silvia Schriefers

PSZ-Bielefeld: Psychosoziales Zentrum für (traumatisierte) Flüchtlinge in Bielefeld und Umgebung
Stephanie Demmer-Krah

Sa 11:00 - 12:30

Alternative und adjuvante Therapien bei Posttraumatischer Belastungsstörung: Systematischer Überblick und klinische Praxis

Tanja Michael, Monika EquitHörsaal 8

Empirische Evidenz für den Einsatz adjuvanter Therapien bei Posttraumatischen Belastungsstörungen: Eine systematische Überblicksarbeit
Christian Schanz, Monika Equit, Volker Köllner, Ullrich Frommberger, Tanja Michael

Ohrakupunktur nach dem NADA-Protokoll – Erfahrungen aus der Traumaambulanz
Kati Eisfeldt-Räder, Julia Schellong

Konzepte der Wirkweise der Tanz- und Bewegungstherapie bei Traumafolgestörungen
Marianne Eberhard-Kaechele

Achtsamkeit und Liebende Güte als innovative Interventionen zur Behandlung der PTBS nach interpersonellen Gewalterfahrungen
Stella Kümmerle, Corinna Schreiber, Regina Steil, Thomas Heidenreich, Ulrich Stangier, Meike Müller-Engelmann

Sa 11:00 - 12:30

Trauma und Sexualität

Melanie Büttner, Sarah BiedermannHörsaal 10

Sich mit der Sexualität aussöhnen: Eine integrative Therapie hilft bei der Bewältigung von sexuellen Problemen nach sexueller Gewalt
Büttner Melanie

Traumabedingte Körperbeschwerden und Sexualität: Mit dem Körper Freundschaft schließen in der Körpertherapie
Karin Paschinger

Sexuelle Funktionsstörungen nach Traumatisierung: Möglichkeiten und Grenzen der Therapie nach dem Hamburger Modell
Biedermann Sarah

Wie häufig sind sexuelle Beschwerden bei sexuell traumatisierten Patientinnen, die sich in (teil-)stationärer Behandlung befinden?
Natalja Felde

Sa 11:00 - 12:30

Neues aus der AG Akutpsychotraumatologie

Peter SchüßlerHörsaal 11

Case Management in zentralen Ansprech- und Koordinierungsstellen nach schweren Unglücksfällen, Anschlägen und Katastrophen
Jutta Helmerichs, Claudia Schedlich, Fredereike Albers, Annika Fritsche

Filling the gaps’ – Lücken in der akuten bis mittelfristigen psychosozialen Versorgung Betroffener nach großen Schadenslagen und Vorschläge zu ihrer Schließung
Christian Hannig, Susanne Nick, Claudia Oelrich, Ingo Schäfer

Modellprojekt „Beratungs- und Koordinierungsstelle PSNV Rhein-Neckar“ (BeKo-RN) – Ein niedrigschwelliges Beratungsangebot für direkt und indirekt Betroffene hoch belastender Ereignisse
Angelika Treibel

Zuschauendes Verhalten an Unglücksorten: Wie soll man das verstehen?
Harald Karutz

Sa 11:00 - 12:30

Stationäre Traumatherapie – Diskussion zu Ergebnissen traumafokussierter Intensivbehandlung, qualitätsrelevanten Strukturmerkmalen und stationärer Traumatherapie im Spannungsfeld der Vernetzung

Rolf Keller, Ulrich FrommbergerHörsaal 12

Stationäre traumafokussierte Intensivbehandlung- Ein Modell für die Zukunft?
Peter Heinz, Leonhard Kratzer

Qualitätsrelevante Strukturmerkmale stationärer Traumatherapie
Rolf Keller, Ulrich Frommberger

Stationäre Traumatherapie im Spannungsfeld der Vernetzung
Joachim Graul, Britta Menne

Sa 11:00 - 12:30

Die EMDR-Methode derzeitiger Stand

Peter Liebermann, Christine RostHörsaal 14

Die EMDR-Methode – ein Forschungsüberblick
Peter Liebermann

EMDR bei Akuttrauma – Überblick über die EMDR Akutprotokolle
Christine Rost

EMDR Behandlung bei einer Patientin mit dissoziativer Identitätsstörung unter EEG
Alexander Jatzko, Ralf Landwehr

Hochfrequentes Intensiv-EMDR in der Behandlung einer Patientin mit komplexer PTSD
Susanne Altmeyer

Sa 11:00 - 12:30

13:15 - 14:00 Postersession

Postersession 2019

Hörsaal 1

Poster 1:
Traumatische und belastende Erlebnisse bei Menschen mit leichter intellektueller Beeinträchtigung: Muss eine größere Bandbreite an traumatischen Erlebnissen beachtet werden?
Doris Rittmannsberger, Germain Weber, Brigitte Lueger-Schuster

Poster 2:
Die PTBS bei Mitgliedern der Rettungshundestaffel: Prävalenz, Einfluss von sozialer Anerkennung sowie Attachment gegenüber dem Hund
Rosita Wanzenried, Matthias Gelb, Mareike Augsburger

Poster 3:
Kumulative Traumatisierung und Symptomkomplexität in einer Stichprobe österreichischer Kinder und Jugendlicher in Heimunterbringung
Alexander Haselgruber, Katharina Sölva, Brigitte Lueger-Schuster

Poster 4:
Victims of War: Hair DHEA Concentrations and their Associations with Trauma Sequelae in Adolescents Living in the West Bank
Lena Schindler, Mohammed Shaheen, Rotem Saar-Ashkenazy, Kifah Bani Odeh, Sophia-Helen Sass, Hermona Soreq, Alon Friedman, Clemens Kirschbaum

Poster 5:
Internetbasierte Nachsorge bei Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen – Wie kann Behandlungskontinuität über Sektorengrenzen hinweg gewährleistet werden?
Gustav Wirtz, Bilić Sally, Stefan Lang, Stephanie Bauer, Markus Moessner, Matthias Weisbrod

Poster 6:
Fähigkeitsbeeinträchtigungen im Sinne der ICF bei komplexer posttraumatischer Belastungsstörung (kPTBS)
Lorena Brenner, Rahel Bachem, Volker Köllner

Poster 7:
Schlafqualität bei komplexer posttraumatischer Belastungsstörung (kPTBS)
Lorena Brenner, Katja Hoffmann, Birgit Wagner, Volker Köllner

Poster 8:
Stalkingopfer schützen – Evaluationsergebnisse „Stop-Stalking Berlin“
Martha Schneider, Christina Frank, Silke Gahleitner, Wolf Oritz-Müller, Olga Sieplmeyer, Helene Hiller

Poster 9:
Traumaexposition in der Schwangerschaft: Chancen und Risiken
Saskia Deppermann, Friederike Gundel, Agnes Kroczek, Stefanie Wekenann, Andreas Fallgatter, Julia Becker-Sadzio

Poster 10:
Die Bedeutung aversiver Lebensereignisse und posttraumatischer Belastung für das subjektive Alter ehemaliger Kriegsgefangener
Rahel Bachem, Jacob Y. Stein, Yafit Levin, Zahava Solomon

Poster 11:
Sekundäre PTBS bei Freiwilligen Feuerwehrkräften – Einfluss spezifischer Risiko- und Schutzfaktoren
Frederike Suhr, Roland Weierstall-Pust, Thomas Schnell

Poster 12:
Wahrnehmung und Stigmatisierung von Suizidhinterbliebenen
Laura Hofmann, Ulrike Maaß, Birgit Wagner

Poster 13:
Insights from a Novel Fear-Conditioning Procedure: Counterconditioning is More Successful in Reducing Thinking of an Aversive Outcome than Extinction Training
Ann-Kathrin Zenses, Tom Becker, Yannik Boddez

Poster 14:
Sprachreduzierte Ansätze der Gruppentherapie mit Geflüchteten und MigrantInnen
Ibrahim Özcan, Maria Belz

Poster 15:
Komorbidität von Traumafolgestörungen und somatischen Erkrankungen in der Praxis bei Geflüchteten
Nico Böhmert, Katja Brinkmann, Julie Hüseler, Nicolina Peric, Eva Zielke, Maria Belz, Ibrahim Özcan

Poster 16:
The Assessment of Grief and Loss in Refugees
Clare Killikelly

Sa 13:15 - 14:00
Poster

14:00 - 15:30 Symposien 4

Folgeerscheinungen belastender Kindheitserlebnisse

Miriam Rassenhofer, Andreas WittHörsaal 9

The Cycle of Violence: Belastende Kindheitserlebnisse, aggressives Verhalten und Einstellungen gegenüber körperlicher Bestrafung
Andreas Witt

„Ich war mein Leben lang krank.“ – Betroffenenberichte zu Folgeerscheinungen sexuellen Missbrauchs, Bewältigungsversuchen und Hilfesuche
Miriam Rassenhofer

„Gibt es überhaupt Missbrauch durch Frauen? Machen die das?“ – Folgen sexuellen Missbrauchs durch Frauen
Jelena Gerke

Zusammenhang negativer misshandlungsbezogener Kognitionen, wahrgenommener sozialer Unterstützung und posttraumatischen Stresssymptomen misshandelter Kinder und Jugendlicher
Annika Münzer

Sa 14:00 - 15:30

Aspekte der Komplexen PTBS nach ICD-11

Ulrich SchnyderHörsaal 13

Komplexe PTBS als Symptomnetzwerk: Ein interkultureller Vergleich der Netzwerke aus vier national repräsentativen Studien (Deutschland, Israel, UK, USA)
Matthias Knefel

Assoziierte Merkmale zwischen stationären psychiatrischen Patienten und der Diagnose einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-11): Eine explorative Studie
Manuel P. Stadtmann, Andreas Maercker, Jochen Binder, Wilfried Schnepp

Komplexe posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS) und arbeitsbezogene Verhaltens- und Erlebensmuster
Charlotte Härtter, Birgit Wagner, Volker Köllner

Komplexe posttraumatische Belastungsstörung nach Kriegstrauma: Validierung des Symptomspektrums, Entstehungskontext und Langzeitfolgen
Rahel Bachem, Gadi Zerach, Mark Shevlin, Marylene Cloitre, Zahava Solomon

Sa 14:00 - 15:30

Digitalisierung als Chance: Optimierung traumafokussierter Psychotherapie durch Real-Time-Monitoring, Feedback und Personalisierung

Peter Heinz, Leonhard KratzerHörsaal 5

Therapieprozess-Monitoring und Feedback in der Psychotraumatologie
Leonhard Kratzer, Günter Schiepek, Peter Heinz

Personalisierte Psychotherapie und Prozessfeedback bei traumaassoziierten Störungen
Günter Schiepek, Leonhard Kratzer, Peter Heinz, Barbara Stöger-Schmidinger

Therapiesteuerung mithilfe des Synergetischen Navigationssystems (SNS) bei einer Patientin mit Komplexer PTBS
Peter Heinz, Leonhard Kratzer, Günter Schiepek

Was wirkt für wen bei PTBS? Personalisierte Behandlungszuweisung am Beispiel der Posttraumatischen Belastungsstörung
Julian A. Rubel, Ann-Kathrin Deisenhofer, Viola Schilling, Wolfgang Lutz

Sa 14:00 - 15:30

Innovationen zur Behandlung und Rehabilitation der Akuten und Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung am Beispiel des Nordrheinischen Netzwerks für Psychotraumatologie

Robert Bering, Peter ZimmermanHörsaal 7

Sektorenübergreifende Versorgung von Betroffenen einer Psychotraumafolgestörung: Akutbehandlung, medizinische Rehabilitation, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und Eingliederungshilfe
Sonja Thuem, Nina Bertrams, Esther Petermann, Robert Bering

Trauma Recovery Group: Implementierung von tramafokussierter Gruppenpsychotherapie in der Psychiatrischen Institutsambulanz
Esther Petermann, Janina Kempkes, Xenia Petry, Robert Bering

Psychotraumafolgen bei Gehörlosen: Was kann die medizinische Rehabilitation leisten?
Jennifer Söhn, Lena Richter, Claudia Schedlich, Robert Bering

Sagt Achtsamkeit den Therapieerfolg bei der Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung voraus?
Kerry Cummings

Sa 14:00 - 15:30

Gesellschaftliche Strukturen im traumatischen Prozess: Welche Faktoren beeinflussen die Verarbeitung traumatischer Erlebnisse und was bedeutet dies für psychosoziale und medizinische Versorgung?

Katrin Körtner, Ariane BrenssellHörsaal 11

Spezifika gesellschaftlich „kontextualisierter Traumaarbeit“ in Fachberatungsstellen gegen Gewalt an Frauen
Ariane Brenssell

„Ähnliches erlebt und doch ganz anders?“ – Fallbeispiele einer 59-jährigen Patientin und eines 49-jährigen Patienten mit dem Fokus auf geschlechtsspezifische Unterschiede
Thomas Beck, David Riedl, Iris Trawöger

Psychiatrie und Gewalterfahrung: Wie wird der traumatische Prozess durch das psychiatrische Versorgungssystem gestaltet?
Katrin Körtner

Traumanetz Berlin – Angebote für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder erweitern und vernetzen
Silke Schwarz, Karin Wieners

Sa 14:00 - 15:30

Psychotherapie mit geflüchteten Patient*innen – über spezielle Herausforderungen und erweiterte Horizonte in der alltäglichen Praxis

Eva van Keuk, Dima ZitoHörsaal 12

Psychotherapeutische Settinggestaltung bei Patient*innen mit unsicherem Aufenthalt
Eva van Keuk

Arbeit mit Sprach- und Kulturmittler*innen in der therapeutischen Triade
Dima Zito

Folterfolgen interdisziplinär erkennen und versorgen – Herausforderungen für Psychotherapeut*innen
Veronika Wolf

What We Can Learn from Afghanistan: Traumasensitive Healthcare for Rape Survivors
Steffi Meyer

Sa 14:00 - 15:30

Effekte von Interventionen aus den Bereichen Yoga und Körpertherapie bei Traumafolgestörungen

Dietmar MitzingerHörsaal 14

Die Studie YOGA PTBS – Steigert Pranayama die Affekttoleranz?
Dietmar Mitzinger

Körperorientierte Psychotherapie in der stationären Kinder- und Jugendhilfe am Beispiel des traumasensiblen Yoga (TSY)
Angela Dunemann

Sexueller Missbrauch und traumasensibles Yoga (TSY)
Regina Weiser

Mit IBT – Integrative Bewegte Traumatherapie – aus dem Trauma bewegen!
Romana Romana Tripolt

Sa 14:00 - 15:30

Transkulturelle Behandlung innerhalb der Regelversorgung: Vorstellung von Aspekten des Göttinger Behandlungskonzepts für PatientInnen mit Migrations- oder Fluchterfahrung

Ibrahim Özkan, Maria BelzHörsaal 8

Sprachreduzierte Traumastabilisierungsgruppe: Ein Konzept für Menschen mit Migrationshintergrund
Maria Ott

Auswirkungen einer überfüllten Erstaufnahmeeinrichtung auf die Symptomatik psychisch belasteter Flüchtlinge
Maria Belz

Pilotprojekt “refuKey” – Verbesserung der Integration von Geflüchteten in die Regelversorung
Amira Sultan

Den „Islamischen Staat“ überlebt: Bewältigungsstrategien traumatisierter, irakischer Frauen in Deutschland
Jana Denkinger, Caroline Rometsch-Ogioun El Sount, Petra Windthorst, Niamh Gibbons, Phuong Pham, Christoph Nikendei, Stephan Zipfel, Florian Junne

Sa 14:00 - 15:30

Aktuelle Entwicklungen in der Diagnostik und Behandlung Dissoziativer Störungen

Ursula Gast, Ute Bluhm-DietscheHörsaal 10

Fortschritte in den Diagnosekriterien für Dissoziative (Identitäts-) Störungen in der ICD 11
Ute Bluhm-Dietsche, Ursula Gast

Umgang mit traumatischen Erinnerungen bei Dissoziativer Identitätsstörung (DIS) und Partieller DIS
Ursula Gast, Ute Bluhm-Dietsche

Therapievertrag/ Behandlungsvereinbarung
Andrea Schleu

Dissoziation und interpersonelle Gewalt
Stefan Tschöke

Sa 14:00 - 15:30

15:45 - 16:30 Vorträge

Erscheinungsformen und Ursachen von Amoktaten durch junge und erwachsene Täter

Britta BannenbergHörsaal 1

Amoktaten sind „beabsichtigte versuchte oder vollendete Mehrfachtötungen nach dem Typus des Massenmordes, bei denen in der Regel ein Einzeltäter aus Wut, Hass und Rache bestimmte oder auch willkürlich ausgewählte Opfer attackiert. Der Täter bezweckt Ruhm oder Aufmerksamkeit und begeht häufig im Anschluss an die Tat Suizid. Junge Täter bis zum Alter von 23 Jahren unterscheiden sich von der heterogeneren Gruppe der Erwachsenen. Bei einer Kerngruppe junger Täter finden sich Persönlichkeitsauffälligkeiten, die tatbestimmend sind. Der stille, zurückgezogene, aber immer etwas seltsame Einzelgänger hat ein tiefgehendes Fremdheitsgefühl, fühlt sich gekränkt und missachtet, identifiziert sich mit Tätern und inszeniert schließlich seine Tat als Rache für subjektiv erlebte Kränkungen. Schizotypische, paranoide und narzisstische Aspekte dominieren. Die Täter sind nicht impulsiv, aggressiv oder dissozial.“ (Schlussbericht des BMBF-geförderten Projekts TARGET, 2017)
Im Vortrag werden Charakteristika junger und erwachsener Amoktäter aufgezeigt und die Entwicklung der Persönlichkeit erklärt. Die empirischen Erkenntnisse geben Hinweise auf Ursachenerklärung, Prävention und Prognose. Interessant ist, dass Amoktäter und terroristische Einzeltäter Gemeinsamkeiten aufweisen.

Sa 15:45 - 16:30